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Wildnis in Frankfurt
H.-H. Witte
Das vorliegende Buch zeigt die Ergebnisse einer in drei Städten durchgeführten mehrjährigen Untersuchung zur Wildnis in Städten am Beispiel Frankfurt.
Die meisten Untersuchungen zum ökologischen Zustand von Flächen sind in der Regel auf ein Jahr oder einzelne Artengruppen begrenzt, das gesamte Ökosystem wird nicht erfasst. Sie sind also meist nur eine einmalige, kurzfristige Bestandsaufnahme. Die in diesem Buch vorgestellten Wildnisflächen wurden über drei Jahre von vielen unterschiedlichen Fachleuten erfasst und so das Naturinventar zusammengestellt. Durch diese Gesamtschau wird die Bedeutung von Wildnisflächen für die ökologische Leistung besonders deutlich. Veränderungen, auch durch positive Eingriffe, wurden über die Zeit ermittelt. Es zeigte sich, dass bereits kleine Eingriffe oder das Unterlassen von Eingriffen positive Auswirkungen haben können.
Die Ergebnisse der Untersuchung sind in vielen Bereichen auch auf andere Kommunen übertragbar und bieten Anregungen für kommunales Handeln.
Nicht immer ist die Größe der Fläche für das vielfältige erhaltenswerte und neu zu bildende Naturinventar entscheidend. Auch kleinere Flächen bis hin zu Baumscheiben ermöglichen Wildnis in den Städten. Flächen, auf denen besonders geschützte Arten zu finden sind, bedürfen allerdings eines mehr oder weniger intensiven Eingriffs des Menschen, um ein unerwünschtes Fortschreiten zum Beispiel von Sukzession vorzubeugen, da der Naturraum keine Möglichkeiten mehr bietet, diese Lebensräume anderswo neu zu bilden.
In vielen Abschnitten wird immer wieder auf ein fehlendes Verständnis für den Wert der Wildnis, für die ökologische Leistungsfähigkeit des Lebensraums, auch für uns Menschen hingewiesen. Ein Problem für die Wildnis, in der sich die Arten frei entwickeln können, ist die oft auf diesen Flächen stattfindende illegale Ablagerung von Müll oder oft das menschliche Verständnis von Ordnung. Das weist auf die geringe Wertschätzung dieser Flächen hin. Das Empfinden von Unordnung und fehlender Pflege in der Bevölkerung kann laut den Autoren auf zwei Wegen begegnet werden:
- Es muss ein besseres Verständnis für die belebte Umwelt, besonders bei jungen Menschen geschaffen werden,
- und weniger auf Zäune und Betretungsverbote gesetzt werden. Dafür sollte mehr auf natürliche Hindernisse wie Totholz, Gräben, dem Aufbrechen von Wegen und ähnliche Hindernisse gesetzt werden.
Das in vielen Einzeluntersuchungen dargestellte Naturinventar zeigte oft in kurzer Zeit erstaunliche Ergebnisse. Besonders wenig untersuchte Artengruppen führten zu neuen Nachweisen. Damit wird deutlich, dass Maßnahmen für einzelne Arten auch das gesamte Ökosystem stärken.
Als Fazit kommen die Autoren zu dem Schluss, dass eine Wildnis in mehrfacher Hinsicht eine wichtige Bereicherung auch der Stadtnatur ist und eine Option für die ökologische Entwicklung einer Vielzahl städtischer Freiflächen darstellt.
Dieses Buch ist für alle lesenswert, die sich über den Schutz der Artenvielfalt auch in Städten informieren möchten.
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