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Die Wiederherstellung von Kalkmagerrasen erhöht die Lebensraumvielfalt für Wildbienen

Männchen der Goldenen Schneckenhausbiene (Osmia aurulenta)

 

Prof. Dr. Thomas Fartmann

Kalkmagerrasen sind auf eine regelmäßige, extensive Nutzung angewiesen. Unterbleibt diese langfristig, breiten sich konkurrenzstarke Gräser und Gehölze rasch aus. Hierdurch verändern sich die Vegetationsstruktur, das Mikroklima und folglich die Artenzusammensetzung. Mit dem Rückgang offener Mikrohabitate gehen insbesondere licht- und wärmeliebende Arten zurück. Wildbienen reagieren besonders sensibel auf diese Veränderungen, da sie auf ein vielfältiges Blütenangebot und geeignete Niststrukturen in räumlicher Nähe zueinander angewiesen sind. Langjährig brachliegende Kalkmagerrasen können durch Entbuschung und anschließende Wiederaufnahme einer extensiven Beweidung oder Mahd wieder zu artenreichen Magerrasen entwickelt werden. Zu den Auswirkungen derartiger Maßnahmen auf Wildbienen lagen bislang keine umfassenden Untersuchungen vor. In einer aktuellen Studie (Kettermann et al. 2025), die in der Fachzeitschrift „Global Ecology and Conservation“ publiziert wurde, wurden nun erstmals wiederhergestellte und durchgängig bewirtschaftete Kalkmagerrasen hinsichtlich ihrer Bedeutung für Wildbienengemeinschaften verglichen. Die wiederhergestellten Magerrasen wiesen eine höhere Strauchdeckung, eine höhere Vegetation sowie mehr verfügbare Schneckenhäuser auf und verfügten somit über zusätzliche Nist- und Mikrohabitate. Obwohl sich die Habitatstruktur deutlich unterschied, lagen Artenzahl und Individuendichte in beiden Lebensraumtypen auf gleichem Niveau. Unterschiede zeigten sich jedoch in der Artenzusammensetzung: Auf den wiederhergestellten Magerrasen traten insbesondere spezialisierte Arten häufiger auf, die auf bestimmte Niststrukturen wie Pflanzenstängel, Totholz oder Schneckenhäuser angewiesen sind. Insgesamt besonders wichtig für die Wildbienendiversität waren eine starke Besonnung und ein reiches Blütenangebot. Für in Schneckenhäusern nistende Wildbienen wirkte sich zudem ein höherer Anteil niedrigwüchsiger Sträucher positiv aus. Die Strauchschicht sorgte für ein frischeres Mikroklima und schützte die Schneckenhäuser zudem vor Zerstörung durch Weidetiere. Die Studie zeigt, dass wiederhergestellte Kalkmagerrasen strukturelle Eigenschaften aufweisen, die in kontinuierlich beweideten Magerrasen kaum vorhanden sind und dadurch die Artenvielfalt der Wildbienengemeinschaften erhöhen. Ein Mosaik unterschiedlicher Mikro­habitate innerhalb von Kalkmagerrasen kann langfristig dazu beitragen, artenreiche Bestäuber- und Pflanzenge­meinschaften zu erhalten.

Der komplette Beitrag ist hier verfügbar.

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