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Uferschwalben haben es heute nicht leicht, aber Sandhaufenbesitzer manchmal auch nicht ...
Michael Weinert
Uferschwalben leiden unter fehlenden Gelegenheiten, Brutröhren zu bauen und erfolgreich zu brüten. Ausreichend hoch gelegene, frei zugängliche Uferabbrüche sind heute kaum noch an Fließgewässern zu finden, deren Böschungen meist gesichert sind oder, wenn Abbrüche entstanden sind, schnell wieder repariert werden. Uferschwalben nutzen daher oftmals vom Menschen geschaffene Steilwände beispielsweise in Sand- und Kiesgruben, um ihre Brutröhren anzulegen. Insbesondere wenn diese genutzten Brutplätze unbemerkt blieben, können selbige durch weitere Abbautätigkeit zerstört werden. In der Brutzeit würde dieses zu schweren Verlusten an Altvögeln aber besonders an Gelegen und Jungvögeln führen. Das konnte vor vielen Jahren in Gehrde beobachtet werden, wo die Radlader nicht rechtzeitig gestoppt werden konnten. Aktuell kann von zwei positiven Fällen aus dem Artland berichtet werden:
I. Am 03.05.2026 wurde in einem von mehreren großen Sandhaufen, die im letzten Jahr durch die Schaffung eines sehr großen Regenrückhaltebeckens entstanden waren, eine Uferschwalbenkolonie von zwei Mitgliedern des Vereins Regionale Arbeitsgruppe für Naturschutz im Artland (RANA) entdeckt. Durch die Entnahme des Sandes von einem etwa 8 m hohen Haufen, der sich in Badbergen befindet, hatte sich eine steile Abbruchkante gebildet. Die Gunst des langen Wochenendes vom 30.04. nachmittags bis zum 03.05. nutzend, begannen die Uferschwalben ca. 35-40 Brutröhren anzulegen. Unter Hinweis auf den Schutzstatus wurde die Samtgemeinde Artland als Eigentümer des Grundstücks, auf dem die Haufen lagern, umgehend über das Vorhandensein der Uferschwalbenkolonie informiert und um Unterbrechung des Sandabtrags gebeten. Mit Mail vom 06.05. bestätigte die Samtgemeinde Artland den von ihr veranlassten Stopp der Sandabbauarbeiten an den Haufen durch den Wasserverband Bersenbrück. Mittlerweile sind über 100 Brutröhren erkennbar, aus denen zuweilen Jungvögel neugierig in die Welt blicken. Die Sandhaufen werden nach der Brutsaison im nächsten Winterhalbjahr wie nun geplant abgetragen.
II. Am 10.05.2026 entdeckte ein weiteres RANA-Mitglied in einem großen etwa 3 m hohen Erdhaufen, der vor mehr als 5 Jahren im Rahmen der Schaffung eines großen Regenrückhaltebeckens entstanden war, eine weitere Uferschwalbenkolonie mit ca. 25 Brutröhren. Durch die Entnahme von Erde hatte sich eine steile Abbruchkante gebildet. Unter Hinweis auf den Schutzstatus wurde wiederum die Samtgemeinde Artland, genauer die Stadt Quakenbrück als Eigentümer des Grundstücks, auf dem der Haufen lagert, über das Vorhandensein der Uferschwalbenkolonie informiert und um Unterbrechung des Erdabtrags gebeten. Mit Mail vom 11.05. bestätigte die Samtgemeinde Artland den von ihr veranlassten Stopp der Abbauarbeiten an dem Erdhaufen. Leider zeigte sich die kleine Kolonie Anfang Juli verwaist. Mutmaßlich war hierfür die geringere Höhe des Erdhaufens und die teilweise höhere Vegetation verantwortlich. Mitglieder von RANA versuchen nun mit Vertretern der Stadt Quakenbrück eine dauerhafte Lösung zu finden, wie der Erdhaufen durch eine alle paar Jahre zu erstellende Profilierung von Steilwänden und Zurückdrängen hoher Vegetation für die Uferschwalben als Brutplatz langfristig attraktiv zu halten ist.
Die Naturfreunde von RANA freuen sich darüber, dass die Uferschwalben an einer Stelle erfolgreich brüten konnten, darüber, dass Vertreter der Samtgemeinde Artland schnell und konsequent handelten und zum Schutz der Uferschwalben jeweils einen Abbaustopp bewirkten, und darüber, dass die Samtgemeinde gewillt ist, eine dauerhafte Gelegenheit für eine Uferschwalben-Kolonie zu schaffen.

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