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Regenrückhaltebecken sind wichtige Rast- und Überwinterungshabitate für Schnepfen
Brüggeshemke J, Korschefsky T, Holtmann L, Höhne L, Fartmann T
Feuchtgebiete zählen zu den am stärksten gefährdeten Lebensräumen Europas. Ihr Rückgang trägt wesentlich zur aktuellen Biodiversitätskrise bei. Vor diesem Hintergrund rückt die Bedeutung menschengemachter Gewässer für Arten feuchter Lebensräume zunehmend in den Fokus. Hierzu zählen auch Regenrückhaltebecken, die insbesondere in Städten zur Speicherung überschüssigen Regenwassers und zur Vermeidung von Überschwemmungen angelegt werden. Wie neuere Studien zeigen, können Regenrückhaltebecken wertvolle Lebensräume für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten sein. Über ihre Bedeutung für rastende und überwinternde Vögel ist bislang jedoch nur wenig bekannt. Eine aktuelle in der Fachzeitschrift Ecological Engineering publizierte Studie untersuchte daher die Bedeutung städtischer Regenrückhaltebecken als Rast- und Überwinterungshabitat für die Zwergschnepfe (Lymnocryptes minimus) und die Bekassine (Gallinago gallinago), deren Bestände in vielen Regionen Europas rückläufig sind. Dabei zeigte sich, dass selbst vergleichsweise kleine Regenrückhaltebecken von beiden Arten gut angenommen werden, sofern sie eine geeignete Habitatqualität aufwiesen. Die Vögel bevorzugten semi-aquatische Zonen mit niedriger Vegetation und offenem Boden. Derartige Habitate weisen ein gutes Nahrungsangebot auf und bieten ausreichend Deckung vor Fressfeinden. Um Prädationsverluste zusätzlich zu verringern, wurden Waldränder gemieden. Die Zwergschnepfe reagierte darüber hinaus empfindlich auf menschliche Störungen, weshalb eingezäunte Becken präferiert wurden. Zudem hatte die Witterung einen starken Einfluss auf die Besiedlung der Becken durch die Schnepfen. Nach niederschlagsreichen Perioden wurden deutlich mehr Vögel beobachtet als nach trockeneren Phasen. Die Studie unterstreicht das hohe Potenzial von Regenrückhaltebecken für den Schutz rückläufiger Watvogelarten. Angesichts zunehmender Trockenperioden sollten sie so gestaltet und gepflegt werden, dass auch in trockenen Phasen ausreichend feuchte Bereiche erhalten bleiben. Dadurch lässt sich die Funktion der Becken als Rast- und Überwinterungshabitat langfristig sichern.
Die Langfassung der Studie (engl.) kann hier heruntergeladen werden.
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