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Leben mit dem Wolf. Anleitung für ein Wolfsmanagement in Europa.

Eine Rezension von Rudolf Deile

Der Wolf kehrt in Mitteleuropa in einen Lebensraum zurück, der sich, seit der Wolf noch heimisch war, fundamental verändert hat. Diese Veränderung betrifft Menschen und Landschaften. Wohl kaum ein anderes Wildtier in Deutschland berührt Emotionen und spaltet Meinungen so sehr wie der Wolf. Einerseits wird er willkommen geheißen, andererseits wird er von einigen Weidetierhaltern und Jägern abgelehnt. Außerdem ist er für manche Politiker zu einem beliebten populistischen Objekt geworden. Das Interesse am Wolf ist jedenfalls sehr groß. Fragen über den richtigen Umgang mit ihm sind vielfältig, einfache Antworten gibt es nicht.

Wie also können oder wollen wir diesen Beutegreifer in unserer veränderten Welt akzeptieren? Roland Norer geht dieser Frage und vielen anderen Aspekten und Problemen mit Wölfen in seinem Buch auf den Grund. Er möchte faktenbasiertes Wissen um die komplexen Zusammenhänge von Artenschutz, Naturschutz, Weidewirtschaft, Forstwirtschaft, Jagd und öffentlicher Sicherheit aufzeigen sowie pragmatische Lösungen bereitstellen. Der Autor verfügt als Jurist und Professor für Öffentliches Recht sowie Recht des ländlichen Raums an der Universität Luzern über einen großen juristischen Hintergrund und macht sein Wissen einer breiten Leserschaft zugänglich.

Nach einer kurzen Einführung schildert der Verfasser die wichtigsten biologischen Informationen zu Wölfen: Verbreitung, Lebensraum, Auswirkungen von Wölfen auf das Ökosystem, Wolf-Mensch-Beziehungen.

Seit etwa 30 Jahren breitet sich der Wolf wieder in Europa aus. Ermöglicht wurde ihm dies durch strengsten Schutzstatus (der ja Mitte 2025 gelockert wurde), seine Anpassungsfähigkeit und hohe Beutetierbestände. Neben dieser Ausbreitung wird auch die parallel verlaufende Rechtsentwicklung von Berner Konvention, FFH-Richtlinie und nationalem Recht in dem Werk beleuchtet sowie der Einfluss verschiedener Institutionen von Experten, Gerichten, Politik und Verbänden auf das Management von Wölfen. Für eine Anleitung zu einem Wolfsmanagement ist der aktuelle Rechtsstatus von großer Bedeutung. Dieser ergibt sich durch die oben genannten Übereinkünfte, Richtlinien und Gesetze. Diese Rechtsentwicklungen werden für mehrere Staaten einschließlich Deutschland detailliert beschrieben.

Sollen Wölfe überhaupt reguliert werden? Zu dieser Fragestellung bietet der Autor ausführliche Informationen und Begründungen mit rechtlichem Hintergrund von Berner Konvention und FFH-Richtlinie. Norer ist, wie die große Mehrheit in der wildbiologischen Literatur, für eine Regulierung. Seine Überzeugung, dass nur letale Kontrollen die Schäden an Nutztieren zuverlässig verringern können, ist zumindest fragwürdig. Betrachtet man die wolfsverursachten Nutztierschäden in Europa, gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass in Ländern, in denen der Wolf bejagt wird, die Schäden geringer ausfallen als in solchen, in denen dies nicht der Fall ist (Reinhardt et al. 2023). Die vielfältigen Grundlagen für eine Regulierung, die den Rahmen stecken, erklärt der Autor umfassend. Dazu zählen u. a. die Rechtsgrundlagen, ein günstiger Erhaltungszustand, die Erhaltung natürlicher Lebensräume, Schäden in der Tierhaltung, das Interesse der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit.

Der Hauptteil des Buchs ist den Handlungsoptionen gewidmet. Norer stellt dabei ein Managementkonzept für eine Koexistenz von Wolf, Mensch und Nutztieren vor, das sich auf folgende Elemente gründet: Herdenschutz, Einzelentnahme von Problem- und Risikowölfen, Bestandsregulierung und Zonierung. Der Fokus liegt dabei auf Vor- und Nachteilen unterschiedlicher Herdenschutzmaßnahmen, verschiedenen Entnahmepraktiken von einzelnen Wölfen sowie Problem- und Risikowölfen sowie deren Wirkung auf Schäden bei Nutztieren. Die dabei zu beachtenden Rechtsgrundlagen werden erklärt. Ein weiteres Element sieht der Autor in einer Entflechtung bzw. Trennung von Mensch und Großraubtieren, die er anhand mehrerer Modelle ausführlich diskutiert. Als einen ergänzenden Baustein stellt er schließlich die Entschädigung respektive die Kompensation von Wolfsschäden vor, die für eine Akzeptanz entscheidend sein können. Beachtlich sind im Anhang die zahlreichen Fußnoten, die es ermöglichen, die Ausführungen anhand der Fundstellen zu vertiefen.

Dieses Buch bietet eine umfassende Orientierung in dem Netzwerk aus Biologie, Politik und Recht. Roland Norer versucht, in seiner Anleitung fachlich sinnvolle und rechtlich zulässige Handlungsoptionen aufzuzeigen, wie eine realistische und gesellschaftlich tragfähige Integration von Wölfen in die moderne Kulturlandschaft gelingen kann.

Europaweit müssen Wissenschaftler, Naturschützer, Tierhalter und Jäger überlegen, wo Wölfe dauerhaft leben können. Kompromissbereitschaft auf allen Seiten wird nötig sein. Der Schutz von Wölfen ist auch eine Zerreißprobe des Artenschutzes schlechthin. Einzelne Bemerkungen sowie besonders die Ansichten des Autors hinsichtlich von Wolfsmanagementkosten und Bejagung sind ausgesprochen diskussionswürdig und werden wohl von manchen nicht geteilt werden. Dennoch: Ein grundlegendes Buch zur richtigen Zeit für Freunde und Gegner von Wölfen.

Roland Norer (2026): Leben mit dem Wolf. Anleitung für ein Wolfsmanagement in Europa. 224 Seiten, zahlreiche Abbildungen und Fotos, oekom Verlag, München. ISBN 978-3-98726-178-7, 27 €.

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