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Biberschutz und extensive Beweidung als Maßnahmen zur effektiven Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung: Ein Perspektivbeitrag
Naturnahe Ganzjahresweide mit Pferden (im Bild sichtbar) und Rindern in Thüringen. Hier werden mehrere der in Tabelle 2 genannten Schutzgüter gefördert, darunter Schwarzstorch, Rauchschwalbe, Mehlschwalbe, Wiedehopf, Bekassine, Turteltaube, Wendehals, Heidelerche, Feldlerche, Wiesenpieper, Grauammer und Rebhuhn sowie verschiedene Fledermausarten, die Gelbbauchunke und der Europäische Laubfrosch sowie mehrere FFH-Lebensraumtypen, darunter Kalk-Magerrasen (6210) und Magere Flachland-Mähwiesen (6510)
Markus Handschuh, Jörn Buse, Marc I. Förschler
Die Wiederherstellungsverordnung (WVO) der Europäischen Union verpflichtet die Mitgliedstaaten, bis 2030 großflächige Maßnahmen zur Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme umzusetzen. Vor dem Hintergrund des überwiegend ungünstigen Erhaltungszustands vieler Lebensraumtypen und Arten in Deutschland analysiert der Beitrag das Potenzial von Biberschutz und extensiver Beweidung mit großen Pflanzenfressern für eine wirksame WVO-Umsetzung. Im Fokus steht das Potenzial dieser naturbasierten Maßnahmen im Hinblick auf Flächenwirksamkeit, Multifunktionalität und Dauerhaftigkeit.
Der Beitrag zeigt, dass der Biber als Ökosystemingenieur durch Wasserrückhalt und Habitatdiversifizierung maßgeblich zur Wiederherstellung von Feuchtlebensräumen, Auen und Gewässerökosystemen beiträgt und damit mehrere Zielartikel der WVO adressiert. Ergänzend wird dargestellt, dass extensive Beweidung in vielen Lebensräumen zentrale ökologische Funktionen erfüllt: Durch ihre Aktivität fördern große Pflanzenfresser ökosystemrelevante natürliche Prozesse und Wirkmechanismen, erhöhen die biotische und abiotische Strukturvielfalt und stärken Stoffkreisläufe, funktionsfähige Nahrungsnetze sowie natürliche Störungsdynamiken von der Mikrohabitat- bis zur Landschaftsebene. Dadurch werden Artenvielfalt sowie Funktionsfähigkeit und Resilienz von Offenland-, Wald- und Ökotonlebensräumen gefördert.
Am Beispiel Baden-Württembergs wird aufgezeigt, dass ein Großteil der für den nationalen Wiederherstellungsplan relevanten Arten und Lebensraumtypen von mindestens einer der beiden Maßnahmen profitiert. Insgesamt verdeutlicht die Analyse, dass Biberschutz und extensive Beweidung einzeln wie kombiniert geeignete, kosteneffiziente Verfahren zur effektiven und effizienten Umsetzung der WVO sind und zur langfristigen Sicherung wiederhergestellter Ökosysteme beitragen können.
Die Langfassung des Textes kann hier abgerufen werden.
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